Die Kampagne für den gezielten Einsatz von Einmalhandschuhen
Mit oder Ohne?
Vor dieser Frage stehen Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie viele weitere Mitarbeitende im Gesundheitswesen tagtäglich – etwa beim Aufziehen von Spritzen, dem Umlagern von Patientinnen und Patienten oder beim Verabreichen von Medikamenten.
Nicht-sterile Einmalhandschuhe werden dabei häufig zu lange oder in ungeeigneten Situationen getragen – oftmals aus Routine, Unsicherheit oder Zeitdruck. Doch gerade in vielen alltäglichen Situationen ist eine alleinige gründliche Händedesinfektion die sicherere und hautschonendere Wahl. Sie…
✔️ verhindert die Verbreitung von Erregern.
✔️ schützt die Haut und beugt Irritationen vor.
✔️ reduziert Abfall und entlastet die Umwelt.

Unsere Kampagne setzt genau hier an:
Wir stärken Wissen, schaffen Klarheit und fördern eine bewusste Entscheidung für oder gegen Handschuhe – je nach aktueller Situation. So wird aus „Mit oder ohne?“ schnell eine sichere Entscheidung im Sinne des Infektionsschutzes und der Gesundheit der Mitarbeiter*innen.
Gemeinsam für mehr Hygiene, gesündere Haut und mehr Umweltschutz!
„In 35 % der Einweghandschuh-Nutzung war diese nicht indiziert.“
(Bellini et al. Swiss Med Wkly. 2022;152)
Jetzt mitmachen! – Ihre kostenlose Teilnahme an unserer Kampagne
- Melden Sie sich hier an, um mit Ihrer Gesundheitseinrichtung teilzunehmen!
- Laden Sie sich die Materialien herunter, die Sie per Link in unserer Willkommens-Mail erhalten. Diese bestehen aus…
- Poster „Mit oder Ohne? – Handschuhe bewusst einsetzen“ zum Aushang in Ihrer Gesundheitseinrichtung
- Alternativ können Sie das Poster im KLUG-Shop bereits klimafreundlich ausgedruckt bestellen.
- Info-Sheet mit Indikationen „Mit oder Ohne Handschuhe“ zum Aushang/ Auslegen in Ihrer Gesundheitseinrichtung
- Praxisleitfaden
- Social-Media-Vorlagen
- Präsentationsfolien zur Schulung von Kolleg*innen
- Poster „Mit oder Ohne? – Handschuhe bewusst einsetzen“ zum Aushang in Ihrer Gesundheitseinrichtung
- Nehmen Sie an einem unserer online Start-Workshops teil. Der nächste Termin ist am 4. Februar 2026 von 13:00 Uhr bis 14:00 Uhr.
Bitte registrieren Sie sich zur Teilnahme im Vorab unter diesem Link. - Lesen Sie den Praxisleitfaden sorgfältig durch, der Sie bei der Umsetzung der Kampagne in Ihrer Einrichtung unterstützt.
- Tauschen Sie Ihre Erfahrung mit anderen Teilnehmer*innen in unseren online-Austauschtreffen aus.
Den Registrierungslink dazu erhalten Sie in unserer Willkommens-Mail. - Lassen Sie sich einrichtungsspezifisch von KliMeG beraten.
„Einweghandschuhe sind ein unverzichtbares medizinisches Hilfsmittel. Im Klinik- und Praxisalltag werden sie jedoch viel zu oft und nicht immer gezielt eingesetzt. Dies ist hygienisch problematisch. Die richtige Kombination aus konsequenter Händedesinfektion und Handschuhgebrauch, wenn nötig und sinnvoll, dient dem Wohl der Patienten, des Personals und der Umwelt.“
(Prof. Dr. med. Philipp Henneke, Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Freiburg)

Jetzt gewinnen! – Ihre Vorteile bei der richtigen Verwendung von Handschuhen
Alle Felder zum Aufklappen anklicken:
Das Tragen von Einmalhandschuhen vermittelt häufig ein trügerisches Sicherheitsgefühl. Das kann dazu führen, dass Mitarbeiter*innen die Händedesinfektion anschließend vernachlässigen – was die Übertragung von Keimen begünstigt. Zudem ist vielen Personen nicht bewusst, dass Handschuhe oftmals kleine, für Viren und Bakterien durchlässige Mikrodefekte aufweisen können. Darüber hinaus werden Handschuhe häufig nicht zwischen dem Kontakt zu verschiedenen Patient*innen gewechselt, was das Risiko einer Kontamination erhöht.
Nur durch eine klare Indikationsstellung und konsequente Hygienemaßnahmen lässt sich ein effektiver Infektionsschutz gewährleisten.
Studien konnten zeigen, dass dauerhaftes Tragen von Handschuhen Hautirritationen und Entzündungen verursachen kann. Das liegt daran, dass sich zwischen dem Handschuh und der Haut eine sogenannte feuchte Kammer bildet, die die Haut aufweicht und zu Hautschäden und -Irritationen führen kann.
Somit gilt: weniger Handschuhtragen = bessere Hautgesundheit!
Ein weiterer positiver Effekt des reduzierten Handschuhtragens ist, dass der direkte Haut-zu-Haut-Kontakt mit Patient*innen die empathische Wahrnehmung deutlich verstärkt. Für Patient*innen stellt es einen großen Unterschied dar, ob sie von einem Plastik-Handschuh oder direkt von einer menschlichen Hand berührt werden.
Dieser unmittelbare Kontakt fördert nicht nur das Vertrauen, sondern kann sich auch positiv auf den Heilungsprozess auswirken.
Die übermäßige Produktion und Entsorgung von Einmalhandschuhen belastet die Umwelt und wirkt sich letztlich auch auf unsere Gesundheit aus. Rund 1 % der gesamten Emissionen eines Krankenhauses entfallen auf den Handschuhverbrauch. Eine indikationsgerechte Nutzung reduziert Plastikmüll und senkt den CO₂-Ausstoß deutlich.
Ein Beispiel aus der Praxis: In einem Kinderkrankenhaus in England konnten durch bewusstes Handschuhmanagement innerhalb eines Jahres 21 Tonnen Plastik eingespart werden – das entspricht einer Vermeidung von etwa 546 Tonnen CO₂.
Da Klimaschutz auch Gesundheitsschutz bedeutet, profitieren sowohl die Umwelt als auch wir Menschen von einem verantwortungsvollen Umgang mit Einmalhandschuhen.
Jeder nicht verwendete Handschuh muss auch nicht beschafft werden – das spart Geld. In einem Krankenhaus in Großbritannien konnten durch eine vergleichbare Kampagne Einsparungen von bis zu 100.000 Euro erzielt werden.
Diese Mittel ermöglichen es, in Handschuhe von höherer Qualität und nachhaltiger Produktion zu investieren – ein Gewinn für Patient*innensicherheit, Umwelt und Wirtschaftlichkeit zugleich.

„Medizinische Einmalhandschuhe sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Arbeitsschutzes – doch ihre Verwendung erfolgt in vielen Situationen reflexhaft, statt indikationsgeleitet. Studien zeigen, dass Handschuhe häufig zu früh, zu lange oder in falschen Situationen getragen werden. Die Folge: Sie können zur Übertragung von Keimen beitragen, die eigentlich vermieden werden sollte.“
(Dr. med. Anne Hübner, Anästhesistin und Klimamanagerin, KliMeG)
Mit oder Ohne Handschuhe? – So treffen Sie die richtige Entscheidung!
Einweghandschuhe sind in vielen Situationen unverzichtbar – doch oft ist eine alleinige Händehygiene der bessere Weg. Wann welcher Schutz sinnvoll ist, erfahren Sie hier (Download als pdf).
Darüber hinaus haben wir hier eine kleine Übersicht für Sie vorbereitet:




Unsere Projektpartner*innen:
„In 50 % der Einweghandschuh-Nutzung war die Hygiene-Compliance mangelhaft.“
(Bellini et al. Swiss Med Wkly. 2022;152)
FAQs
Mythen beseitigen und Fakten schaffen
Sobald uns Ihre Fragen erreichen, werden wir an dieser Stelle ein umfängliches FAQ platzieren, damit sie schnell und einfach Antworten finden.
Wussten Sie schon, dass ein nicht indizierter Handschuhgebrauch dazu führen kann, dass … ?
„Bis zu 13 % der Proben von geöffneten Handschuhboxen wiesen folgende pathogenen Erreger nach:
E. faecalis, K. Pneumoniae, Pseudomonas, S. aureus.“
(Hughes et al. Australas Med Journal. 2013)
Ihre Projekte
Haben Sie bereits den Verbrauch von Einweghandschuhen in Ihrer Gesundheitseinrichtung reduziert?
Wir freuen uns über Ihre Erfahrung, um unsere Arbeitsbereiche kontinuierlich zu optimieren. Kontaktieren Sie uns hierzu gerne unter info@klimeg.de.
Weitere Infos und wissenschaftliche Grundlagen
- Artikel der KRINKO zum indikationsgerechten Einsatz medizinischer Einmalhandschuhe im Gesundheitswesen
- Kampagne Aktion Saubere Hände
- Info-Blatt „Nachhaltig Impfen“
Ihr Ansprechpartner

Maurizio Bär
„Bis zu 30 % der Hände waren nach einer Handschuhnutzung kontaminiert.“
(Bellini et al. Swiss Med Wkly. 2022;152)






