Handlungsfeld Narkosegase

Warum ist das Thema Narkosegase wichtig?

Narkosegase gehören zu den fluorierten Kohlenwasserstoffen (FCKWs) und nehmen daher eine besondere Rolle unter den Medikamenten ein. 1987 wurde das sogenannte Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht auf den Weg gebracht und von 24 Regierungen sowie der Kommission der Europäischen Gemeinschaft unterzeichnet. 2009 hatten 197 Vertragsstaaten das Montrealer Protokoll übernommen und verzichten seither auf die Nutzung von FCKWs. Die Produktionsmenge der Ozon-abbauenden Stoffen ist heute um 95 % gegenüber dem Jahr 1987 gesunken (Quelle Umweltbundesamt).

Seit dem Jahr 2000 produziert und verwendet der Großteil der Industrie daher keine FCKW-Gase mehr, abgesehen von den volatilen Narkotika. Das klimarelevante Problem von Narkosegasen ist ihr starkes Erderwärmungspotential (global warming potential/GWP), das ein Vielfaches von CO2 beträgt. Ein relevanter Aspekt ist zudem, dass der Treibhausgaseffekt nicht auf die Anwendungsdauer beschränkt ist, sondern über Jahre anhält. Beispielweise beträgt die atmosphärische Verweildauer von Sevofluran 1,1 Jahre, während die von Desfluran 14 Jahre anhält. Sevofluran produziert dementsprechend lediglich 5 % der Treibhausgasemissionen des klimaschädlicheren Desflurans.

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Dr. med. Anne Hübner

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