Handlungsfeld Diagnostik und Therapie

Warum ist das Handlungsfeld Diagnostik und Therapie wichtig?

Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung unter etwa 4.000 Internist:innen halten über die Hälfte der befragten Ärzt:innen das Thema Überversorgung für ein großes bis sehr großes Problem des Gesundheitssystems (Quelle: Bertelsmann Stiftung, Dr. Angela Coulter, Choosing Wisely).

Die, auch im internationalen Vergleich, begrenzte Verwendung digitaler Abläufe ist zweifellos eine der Hauptursachen für die Durchführung mehrfach wiederholter Diagnostik und Verschreibungen. Die Implementierung einer digitalen Patient:innenakte könnte hierbei Abhilfe schaffen. Jedoch führen auch finanzielle Fehlanreize durch das DRG-System, der Wunsch nach rechtlicher Absicherung, politische Zielsetzungen und die Erwartungshaltung von Patient:innen oftmals zu diagnostischen Maßnahmen und Therapien, die der Gesundheit der Bevölkerung nicht nutzen oder sogar schaden können.

In Zeiten des Fachkräftemangels steigt mit unnötigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen die zeitliche Beanspruchung von Mitarbeitenden des Gesundheitswesens, die sowieso unter starker Zeitnot stehen. Zudem fällt ein unnötiger Ressourcenverbrauch an, der mit hohen Kosten und Emissionen verbunden ist. In den vereinigten Staaten von Amerika vertreten einige Studien-Autor:innen die Ansicht, dass sich die Kosten der Gesundheitsversorgung um bis zu einem Drittel reduzieren ließen, ohne den Patienten:innen notwendige Behandlungen vorzuenthalten.

(Quelle: Brody, „Medicine’s Ethical Responsibility for Health Care Reform–the Top Five List“)

Ansprechpartner:in

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Dr. med. Matthias Albrecht, MBA

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