Handlungsfeld Energie

Warum ist das Handlungsfeld Energie wichtig?

Gesundheitseinrichtungen haben einen großen Energieverbrauch. Der Anteil am gesamten CO2-Fußabdruck des Gesundheitswesens beträgt zwischen 8 und 15 %. Schon ein einzelnes Krankenhausbett verbraucht in etwa so viel Energie wie vier neuere Einfamilienhäuser (BUND e.V. 2021). Der im Branchenvergleich sehr hohe Energiebedarf eines Krankenhauses entsteht hauptsächlich, nämlich zu 70 % bei der Wärmeerzeugung und zu ca. 30 % durch den Verbrauch elektrischer Energie

Gebäudebereiche wie Operationssäle und Intensivstationen haben aufgrund ihrer anspruchsvollen Be- und Entlüftungsanforderungen sowie ihrer Klimatisierung einen signifikanten Einfluss auf den Gesamtenergieverbrauch. Das Gleiche gilt auch für Großgeräte, wie CT oder MRT, die ebenfalls einen hohen Energiebedarf verzeichnen.

Bezüglich der Einordnung von Gebäudeenergie in die Emissionssektoren (Scope 1, 2, 3) ist zu beachten, dass sie nicht nur einem dieser Bereiche zugeordnet werden kann. Je nach Art können die energiebezogenen Emissionen entweder als Teil der Scope 1 Emissionen (direkt am Standort verbrauchte Energieträger, z.B. Gas, Öl und selbsterzeugter Strom) betrachtet, oder zu den Scope 2 Emissionen (nicht am eigenen Standort erzeugte Energie, z.B. Fernwärme oder zugekaufter Strom) gezählt werden.

Hinweis

Die Energie-Kompensationszahlungen der Bundesregierung für Krankenhäuser für das Jahr 2023 sind an eine verpflichtende Energieberatung gekoppelt, die bis zum 15. Januar 2024 erfolgt sein muss.

Siehe hierzu: „Unklare Vorgaben“: Energieberatungspflicht stellt Kliniken vor Herausforderungen

Wie kann ich große Investitionen finanzieren?

Wenn Gesundheitsreinrichtungen kein finanzielles Kapital zu Verfügung haben oder kein finanzielles Risiko eingehen wollen, gibt es Möglichkeiten für Energiesparpartnerschaften.

Contracting: Beim Energiespar-Contracting (ESC) werden Effizienzmaßnahmen am Gebäude umgesetzt, um Energie und Kosten zu reduzieren. Das ESC zielt darauf ab, Anlagen und Gebäude so zu optimieren, dass Energieeinsparungen von etwa 20-60 % erzielt werden können. Der Contractor plant, finanziert und überwacht die durchgeführten Maßnahmen, garantiert Kosteneinsparungen und refinanziert sich durch diese Einsparungen. Dadurch können verschiedene Maßnahmen wie der Austausch von Pumpen, der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage und die Installation energieeffizienter Beleuchtung eingesetzt werden – ohne jegliche Investitionen der Gesundheitseinrichtung.

Intracting: Falls Sie als Gesundheitseinrichtung finanzielle Mittel zur Verfügung haben, kann sich das sogenannte Intracting für sie deutlich lohnen. Anders als beim Contracting, bei dem ein externer Dienstleister Maßnahmen zur Energieeinsparung umsetzt, wird beim Intracting die Optimierung von Energieverbrauch und -effizienz innerhalb der eigenen Organisationsstruktur durchgeführt. Die finanziellen Mittel für die Umsetzung der Maßnahmen werden dabei aus den erzielten Einsparungen der Energiekosten refinanziert. Intracting kann dazu beitragen, den Energieverbrauch und die Betriebskosten langfristig zu senken, ohne die Dienste eines externen Anbieters in Anspruch zu nehmen und damit mehr Geld für die eigene Einrichtung sparen zu können.

Quelle: Energieagentur NRW

Ansprechpartner:in

Maurizio Bär

Ihr Ansprechpartner für das Thema Energie

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